(c) 2014 Edition am törichten Bach
(c) 2014 Edition am törichten Bach

Der Schriftsteller Manfred Etten und die Malerin und Illustratorin Jeanne Lessenich sind den Gesetzen der Natur auf der Spur: ihrer flüchtigen Ordnung, ihren ewigen Verwandlungen, ihrer beglückenden Unbegreiflichkeit – auf der Suche nach dem magischen Augenblick, in dem sich Innenwelt und Außenwelt, Sprache und Wahrnehmung zu einem lichtvollen Bild verbinden. In diesen Wander- und Suchbewegungen entsteht eine poetische Topographie ganz eigener Art: Landschafts- und Lebensentwürfe, die vor dunklem Hintergrund blitzartig aufleuchten und im Auge des Betrachters noch lange fortglimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wartend, dass sich etwas ereignen möge dort unten im leeren, weit ausschwingenden Maarkessel, durch den der Westwind fegte, oder am straff darüber gespannten Wolkenhimmel, oder am Horizont, wo sich die Augustfarben langwierig abstuften, entging mir in meiner wachsenden Unruhe und Ungeduld, was hinter meinem Rücken geschah: Es versammelten sich nämlich dort die Tiere, die gescheckten Rinder, die Gabelweihe, vielleicht auch noch andere, die vorsichtshalber unsichtbar blieben, kamen aus der Deckung heraus und wandten sich mir zu, blickten mich an durch ihre verschieden geformten Pupillen hindurch; mein Bild, meine Gestalt schlüpfte in ihr dunkles Innere hinein, und während das geschah, sah ich oder wohnte vielmehr dem Vorgang bei, wie meine Welt zerfiel, wieder erstand, zerfiel.

 

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Einzelne Dunkelglimmer-Splitter wurden erstveröffentlicht in den Zeitschriften KRAUTGARTEN und SIGNUM.